Aufbau Mauersysteme

Aufbau­an­leitung und weitere Infor­mationen 

Mauersteintypen

Mauern können auf vielfältige Weise für die Gartengestaltung eingesetzt werden. Sie dienen als Sichtschutz, zur Abgrenzung unterschiedlicher Bereiche oder zum Stützen von Gelände. Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Mauersteintypen: Massive Mauersteine und solche mit Aussparungen bzw. Hohlkammern. Massive Mauersteine haben zwar ein etwas höheres Eigengewicht, aber sie ermöglichen einen besonders schnellen Aufbau, da die Elemente nur miteinander verklebt werden müssen. Hohle Mauerelemente haben ein niedrigeres Eigengewicht und sind im Vergleich zu den massiven Elementen flexibler in den Anwendungen, da sie den jeweiligen Belastungen durch Füllung mit Kies, Beton oder Bewehrungsstahl angepasst werden können. Bitte prüfen Sie vor der Entscheidung für ein Mauersystem, ob dieses für die Belastungen und die Einbausituation geeignet ist. Eine Übersicht der möglichen Aufbauvarianten und Höhen finden Sie am Ende dieser Seite.

Aufbau von Mauern und Böschungs­systemen

Für den Aufbau von Mauersystemen können wir an dieser Stelle keine allgemein gültige Anleitung liefern. Gerade bei Mauern, die teilweiste statische Lasten aufnehmen müssen, sind die Voraussetzungen für den Einbau und die damit verbundenen zu beachtenden Punkte sehr speziell auf die Art des Mauersystems abgestimmt. So sind z. B. bei einer Vermont Grande, bei welcher die einzelnen Mauersteine als Hohlelemente ausgeführt sind, andere Punkte zu beachten, als z. B. bei einer schweren Trockenmauer wie der Vermont-Bruchsteinmauer.  Daher finden Sie die speziellen Aufbauanleitungen für Mauern auf den jeweiligen Produktseiten. Zusätzlich haben wir Ihnen hier die wichtigsten Anleitungen zusammengefasst.

Schritt für Schritt Anleitung

Schritt 1

Vor dem Beginn des Aufbaues wird entlang des geplanten Mauerverlaufes eine Schnur gespannt. Diese dient der Ausrichtung der Mauer. Entlang der gespannten Schnur wird ein Fundamentgraben bis in eine frostsichere Tiefe von ca. 60 – 80 cm (je nach örtlichen Gegebenheiten) ausgehoben. Der Graben sollte auf jeder Seite etwa 10 cm breiter als die Mauer sein. Je nach Einbausituation kann der Graben bzw. das Fundament aber auch breiter ausfallen. Die genaue Fundamentbreite ist der Aufbauanleitung der jeweiligen Mauer zu entnehmen.

Schritt 2

Anschließend wird eine Trag- und Frostschutzschicht aus frostsicherem kornabgestuften Material (z. B. Kies oder Schotter) lagenweise in den Graben eingebracht und verdichtet. Die lagenweise Verdichtung (maximale Schichtdicke 10 – 15 cm) ist wichtig, um eine ausreichende Gesamtverdichtung zu erreichen und spätere Setzungen und Verformungen zu vermeiden. Die Trag- und Frostschutzschicht sollte eine Gesamtdicke von etwa 20 – 60 cm haben.

Schritt 3

Auf die Trag- und Frostschutzschicht wird das Betonfundament in einer Dicke von 20 – 30 cm, je nach verwendetem Mauersystem eingebaut. In der Regel wird das Fundament aus Magerbeton hergestellt, verdichtet und glattgezogen.
Bei höheren Belastungen müssen Mauer und Fundament mit Bewehrungsstahl verstärkt werden. Damit die Kräfte aus der Mauer auf das Fundament übertragen werden können, muss der Bewehrungsstahl in das Fundament eingebunden werden. In diesem Fall wird eine Schalung für das Betonfundament hergestellt, in der die Bewehrungsstähle eingelegt und fixiert werden. Anschließend wird der Beton in die Schalung des Fundaments eingefüllt und verdichtet. Hier ist besonders darauf zu achten, dass die Bewehrungsstäbe genau an den Stellen aus dem Fundament austreten an denen sich die Aussparungen der aufgebauten Mauersteine befinden. Um das zu gewährleisten, empfiehlt es sich, die Mauersteine vorher auszulegen und die Austrittstellen zu markieren. Lassen Sie das Betonfundament nun zwei bis drei Tage aushärten, bevor Sie mit dem eigentlichen Maueraufbau beginnen.

Schritt 4

Um kleine Unebenheiten auszugleichen wird die unterste Steinlage in eine 2 – 3 cm dicke Mörtelausgleichschicht (z. B. Traßzement der Mörtelgruppe III) gesetzt.

Schritt 5

Mit einem Gummihammer werden die Mauerelemente flucht- und waagerecht sowie höhengleich ausgerichtet. Die unterste Mörtelschicht sollte vor dem weiteren Maueraufbau noch einmal einen Tag aushärten.

Schritt 6

Die weiteren Lagen werden anschließend im Halbversatz aufgebaut und verklebt. Die Verklebung mit Mörtel dient zur Lagensicherung und ermöglicht den Ausgleich von Maßtoleranzen (passender Mörtel gemäß der jeweiligen Aufbauanleitung). Achten Sie darauf, dass der Mörtel nicht seitlich aus der Mauer austritt. Hohle Mauersteine werden auf die gleiche Art verarbeitet. Um ein Eindringen von Feuchtigkeit in die Mauer zu verhindern, muss der Mörtel die Hohlkammern lückenlos umschließen, auch im Bereich der Stege. Verwenden Sie dazu möglichst eine Verfugpistole (Mörtelspritze) oder einen Spritzbeutel für Mörtel. Die Kammern der hohlen Steine werden zusätzlich je nach statischen Erfordernissen mit Kies oder Beton gefüllt. Der Beton sollte eine erdfeuchte Konsistenz haben und durch Stopfen in den Kammern verdichtet werden. Achten Sie beim Füllen der Elemente darauf, dass die Mauersteine nicht verschmutzen, und decken sie den Arbeitsbereich der Mauer evtl. mit einer Folie ab. Sehr fließfähige Betone sind zur Füllung nicht geeignet. Zum einen könnte der fließfähige Beton aus den Fugen der Mauer austreten, zum anderen könnte der Druck des flüssigen Betons zu Rissen in den Mauersteinen führen. Um ein Eindringen von Feuchtigkeit oder ein zu schnelles Trocknen des Betons zu vermeiden, decken Sie die Mauerkrone mit Folie ab bis der Beton erhärtet ist.

Schritt 7

Den oberen Abschluss der Mauer bilden Abdecksteine oder -platten des jeweiligen Mauersystems. Die Abdeckelemente werden wie die Mauersteine mit einem Mörtel oder alternativ mit einem Montagekleber verklebt. Die Fugen zwischen den Elementen werden mit einem Fugenband verschlossen und anschließend mit einem transparenten oder farblich abgestimmten Natursteinsilikon verfugt. Für eine saubere Optik werden die Ränder der Fugen vor dem Verfugen mit einem Malerkrepp abgeklebt.

Schritt 8

Falls die Mauer hinterfüllt werden soll, kann der Einbau einer Drainage am Fuß des Betonfundamentes erforderlich sein. Dies ist von den örtlichen Baugrundverhältnissen abhängig. Zum Beispiel bei nicht ausreichend sickerfähigem Untergrund (lehmige und tonige Böden) oder bei Hangwasser. Auf der Rückseite der hinterfüllten Mauer wird eine Abdichtung (Folie) gegen Durchfeuchtung und gegen austretendes Hinterfüllmaterial angeordnet. Anschließend wird die Mauer mit frostsicherem Material (z. B. Schotter oder Kies) lagenweise hinterfüllt und dieses verdichtet.

Maximale Aufbauhöhen

 Anwendungen und erlaubte Aufbauhöhen
Produkte

Verfüll­volumen
ca. m3 pro m2
Mauerwerk


senkrecht
freistehend


Lastfall 1


Lastfall 2


Lastfall 3


Neigung 70°


Neigung 55°


Neigung 45°

1) Bei Hohlkammersteinen sind durch zusätzliche Betonfüllung und entsprechende Bewehrung weitere Aufbauhöhen möglich. Hierzu ist ein gesonderter statischer Nachweis für die Mauer und das Fundament zu führen.
2) Verkehrslast 3,5 kN/m²
Vanity-Mauer0,101,0 m0,75 m0,6 m0,5 m---
Vermont-Bruchsteinmauer
(Grundelement)
-1,4 m0,75 m0,6 m0,5 m---
Basalo-Schichtmauer0,102,0 m1,2 m1,0 m2)----
Cubaro 1,0 m0,75 m0,65 m0,70 m---
Vermont Grande 1)0,173,0 m3,0 m3,0 m2)3,0 m---
Vermont Kompakt-0,9 m0,5 m-----
Germania antik-Mauer-0,9 m0,6 m-----
Old Town-Walling-0,9 m0,5 m-----
Travino-Walling-1,0 m0,6 m-0,5 m---
Terrano-Mauersystem 1)0,131,3 m0,7 m0,5 m0,4 m1,6 m3,6 m5,0 m
Gala Flair 1)0,232,8 m1,5 m0,75 m0,75 m3,0 m6,0 m6,0 m
Dorill, klein 1)0,171,5 m0,5 m0,5 m-2,0 m3,2 m5,0 m
Dorill, groß 1)0,252,1 m0,75 m0,75 m-2,0 m3,6 m5,0 m
Winkelsteine--0,7 m-----
U-Steine--0,4 m--1,2 m1,6 m1,6 m