Verlege­hinweise BETONPLUS-Platten

Allgemeine Bemerkungen

Bei BETONPLUS-Verbundplatten handelt es sich um Beton+Keramik-Verbundplatten, bei denen hochwertige Feinsteinzeug-Granitkeramik untrennbar mit einem Betonkern verbunden ist.

BETONPLUS-Verbundplatten weisen durch den Betonkern ein hohes Eigengewicht auf und sind damit für die ungebundene Verlegung im Splittbett optimiert.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Natur- bzw. Betonsteinoberflächen, die durch die mehr oder weniger stark vorhandene Porosität Wasser aufsaugen und nach und nach wieder abgeben, verbleibt das Niederschlagswasser bei BETONPLUS-Verbundplatten auf der Oberfläche bzw. wird bei ausreichendem Gefälle durch die Fugen in den Untergrund geleitet. Durch die Oberflächenspannung des Wassers und durch eine selten vorkommende äußerst geringe, im strengen Rahmen der zulässigen Toleranzen liegende vertikale Krümmung der Platten kann es in einzelnen Fällen trotz des vorhandenen Gefälles dazu kommen, dass sich in Gefällerichtung an den Rändern der Terrassenplatten ein dünner Wasserfilm bildet.

Allgemeine Hinweise zur Verlegung

Insbesondere bei großformatigen BETONPLUS-Verbundplatten mit ausgeprägtem Längen-/Breiten-Verhältnis (z. B. Yamino oder Arctia) kann es zu produktionstechnisch nicht vermeidbaren leichten Mittelpunktwölbungen kommen. Bei einer Verlegung im Halbversatz kann(!) es dadurch zu leichten Unebenheiten/Stoßkanten kommen. Dieser Effekt kann in der Regel durch eine saubere Verlegetechnik vermieden oder vermindert werden. Um dies nahezu komplett zu vermeiden, empfehlen wir, die Platten auf Kreuzfuge, im Drittel- oder Viertelversatz zu verlegen. Auch ein wilder Versatz ist grundsätzlich (unter Beachtung der Verlegeraster) möglich, jedoch sollte auch dabei darauf geachtet werden, einzelne Platten nicht im Halbversatz nebeneinander zu platzieren.

Eine ausreichende Entwässerung durch den Oberbau und Untergrund muss unbedingt gewährleistet sein, um Schäden durch Stauwasser zu vermeiden. BETONPLUS-Platten werden vorzugsweise auf eine ungebundene Bettungsschicht. Als Bettungsmaterial empfehlen wir einen Splitt der Körnung 1-3 mm. Die Platten werden höhen- und fluchtgerecht mit Hilfe einer Richtschnur verlegt und mit einem nicht abfärbenden Gummihammer auf der glattgezogenen Bettungs- und Ausgleichsschicht vorsichtig festgeklopft. Bitte achten Sie darauf, dass die Platten vollständig auf dem Splittbett aufliegen.Beim Verlegen die Kanten nicht an bereits verlegte Platten anstoßen, um Kantenschäden zu vermeiden. Aufgrund der sehr geringen Wasseraufnahmefähigkeit der Granitkeramik-Oberflächen der BETONPLUS-Platten (< 0,5 %) bleibt Feuchtigkeit auf der Plattenoberseite stehen. Bei allen Verlegearten ist daher auf ein ausreichendes Oberflächengefälle von mindestens 2 % zu achten. Für eine einfache und schonende Verlegung empfehlen wir die Verwendung eines auf das Plattengewicht abgestimmten Vakuum-Verlegesystems (z. B. Probst Vakuum-Handy VH).

 

Ungebundene Bauweise

Fugen

Eine fugenlose Verlegung ist nicht zulässig und kann zu Beschädigungen wie Kantenabplatzungen oder Rissen führen. BETONPLUS-Verbundplatten sind auf eine Fugenbreite von 2-3 mm ausgelegt. 

Bei der Verwendung von Fugenkreuzen mit entsprechender Breite diese idealerweise von oben in die Fuge stecken und vor der Verfugung entfernen.

Bei  Verlegung  im Splittbett sollte mit ungebundenem Fugenmaterial verfugt werden, das auf die Fugenbreite (und das Bettungsmaterial) abgestimmt ist (z. B. gewaschener Brechsand). 

Für die feste Verfugung mit gebundenen Fugenfüllern bitte die Verarbeitungshinweise des Herstellers und unbedingt die Eignung in Bezug auf Mindest- und Maximal-Fugenbreiten und -tiefen und das Einsatzgebiet beachten. Geeignet sind z. B. Romex NP Fugensand, Tubag PFK Pflasterfugenmörtel oder Marbos Spezialfuge SF. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Verfugung von ungebunden verlegten Platten mit einem gebundenen Fugenfüller eine Mischbauweise darstellt und es durch Bewegungen der Platten zu Rissen und Ablösungen in der verfüllten Fuge kommen kann. Vor der Anwendung von gebundenen Fugenfüllern sollten Sie eine Probefläche oder eine verdeckte Stelle Ihrer Fläche verfugen, um evtl. auftretende optische Veränderungen beurteilen zu können. Bitte beachten Sie, dass sich optische Veränderungen teilweise erst nach einiger Zeit einstellen können.

BETONPLUS-Verbundplatten mit einer Dicke von 8 cm, die in Flächen mit gelegentlicher Pkw-Nutzung eingebaut sind, sollten generell ungebunden verfugt werden.

Zuschnitt

Um die besonders harten und dichten BETONPLUS-Verbundplatten schneiden zu können, benötigen Sie einen Nassschneider oder einen ausreichend großen Winkelschleifer mit einer für Feinsteinzeug geeigneten ungezahnten, diamantbesetzten Trennscheibe. Sofern Sie einen Winkelschleifer mit entsprechender Scheibe einsetzen, empfehlen wir, die Platte nicht in einem Schnitt zu trennen, sondern die Scheibe mehrfach entlang der Schnittkante zu führen bis die Platte vollständig getrennt ist. Der Zuschnitt gelingt am besten auf einer Tischsäge mit Wasserkühlung und mit einem langsamen Vorschub. Bitte achten Sie beim Zuschnitt auf eine spannungsfreie, großflächige, ebene Auflage, da es aufgrund der großen Formate ansonsten zu Bruch kommen kann.

Abrütteln

Die Platten werden mit einem nicht färbenden Gummihammer vorsichtig auf dem Pflasterbett festgeklopft. BETONPLUS-Platten dürfen nicht mit einem herkömmlichen Flächenrüttler abgerüttelt werden! Alternativ kann ein spezieller Rollenrüttler (z. B. Weber VPR 700) verwendet werden. 

SteindickeZu verwendender Rüttler
4 cm 
  • Darf nicht abgerüttelt werden.
 
8 cm 
  • Empfehlung: Weber Rollenrüttler VPR oder ähnlich (für Großformate geeignet)
  • Betriebsgewicht max. 100 bis 130 kg
  • Nur mit Plattengleitvorrichtung/ Gummimatte abrütteln
 

 

Reinigung

Nach Abschluss der Verlegearbeiten sollte eine Bauabschlussreinigung durchgeführt werden. Durch die hohe Oberflächendichte und die äußerst geringe Wasseraufnahme der Oberfläche von BETONPLUS-Verbundplatten können Verschmutzungen nicht dauerhaft in die Oberfläche eindringen. Entfernen Sie Verschmutzungen zunächst mit fließendem Wasser. Sofern sich die Verschmutzungen nicht entfernen lassen, verwenden Sie zusätzlich einen neutralen Seifenreiniger oder den KANN Bio-Kraftreiniger.

Oberflächliche Grünbeläge können insbesondere nach der feucht-kalten Jahreszeit entstehen. Diese können unter eventueller Zuhilfenahme von Grünbelagsentfernern entfernt werden.
Verschmutzungen durch Erde, Staub, etc. lassen sich besonders gut mit einer sehr feinen Bürste (z. B einer Felgenbürste) entfernen. Die feinen Borsten können besser in die feine Struktur der Oberfläche eindringen als die dicken Borsten herkömmlicher Reinigungsbürsten.

Die Verwendung von Hochdruckreinigern ist möglich. Achten Sie jedoch bitte darauf, dass das Fugenmaterial durch den hohen Wasserdruck geschädigt werden kann. Ideal ist die Verwendung eines Flächenreinigers für Terrassenplatten.