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Schwammgärten

Warum Gärten künftig Regen speichern müssen

Der Schwammgarten

Wasser bekommt im Garten eine neue Bedeutung. Es ist nicht länger ein Element, das möglichst schnell von der Oberfläche abgeführt werden soll, sondern eine Ressource, die den gesamten Außenbereich prägt. Der Klimawandel verstärkt diese Entwicklung deutlich: Längere Trockenperioden treffen auf immer häufiger auftretende Starkregenereignisse. Damit entsteht eine neue Anforderung an die Gestaltung – der Garten muss Wasser aufnehmen, speichern und zeitlich verzögert wieder abgeben können.

Genau hier setzt der Schwammgarten an. Er überträgt ein Prinzip aus der Natur in die Gestaltung: Der Boden wirkt wie ein Speicher, der Wasser aufnimmt, hält und wieder verfügbar macht.

Wie lege ich einen Schwammgarten an?

Ein Schwammgarten entsteht nicht über ein einzelnes Element, sondern über das Zusammenspiel von Gelände, Boden, Oberfläche und Bepflanzung. Ausgangspunkt ist immer der Wasserfluss: Wo kommt Regen an, wo soll er hingeleitet werden und wo kann er bleiben?

Statt ebener, schnell entwässernder Flächen wird das Gelände bewusst gegliedert. Leicht abgesenkte Bereiche, Mulden oder kleine Retentionszonen bremsen den Wasserabfluss und schaffen temporäre Speicher. Bei Starkregen darf sich hier Wasser sammeln, bevor es langsam in den Boden einsickert. Dadurch wird die Fläche selbst zum Puffer im Wasserkreislauf.

Darauf aufbauend entscheidet die Oberfläche darüber, wie viel Wasser überhaupt in den Boden gelangt. Versickerungsfähige Beläge ersetzen geschlossene Versiegelungen und ermöglichen, dass Niederschlag direkt in den Untergrund übergeht. Entscheidend ist dabei nicht nur die Deckschicht, sondern auch der Aufbau darunter: durchlässige Tragschichten aus Kies oder Splitt schaffen Speicherraum und leiten das Wasser kontrolliert weiter.

Ein weiterer Baustein ist der Boden selbst. Durch die gezielte Einarbeitung organischer Substanzen wie Kompost oder Pflanzenkohle lässt sich die Wasserhaltefähigkeit deutlich erhöhen. Der Boden speichert Feuchtigkeit länger und gibt sie bedarfsgerecht an Pflanzen ab – ein entscheidender Faktor in längeren Trockenphasen.

Ergänzt wird das System durch die Bepflanzung. Unterschiedliche Wurzeltiefen, Schattenwirkung und Verdunstungsleistung sorgen dafür, dass Wasser nicht nur gespeichert, sondern auch reguliert wird. Tiefwurzelnde Gehölze stabilisieren den Boden, Stauden und Gräser strukturieren die Fläche und schaffen Zonen mit unterschiedlicher Feuchte. So entsteht kein starres System, sondern ein dynamischer Wasserkreislauf im Kleinen.

Vom Grundstück in die Stadt

gleiche Idee, anderer Maßstab

Das Prinzip des Schwammgartens endet nicht am Gartenzaun, sondern ist Teil einer größeren Entwicklung. Im städtischen Raum zeigt sich derselbe Gedanke unter dem Begriff Schwammstadt. Auch hier geht es darum, Regenwasser nicht ausschließlich über die Kanalisation abzuleiten, sondern es im Stadtraum selbst zu halten, zu speichern und verzögert wieder abzugeben.

Der Unterschied liegt weniger im Prinzip als im Maßstab und in der Belastung: Während der Garten individuell reagiert, muss die Stadt große Wassermengen kontrolliert aufnehmen und verteilen. Gemeinsam ist beiden Ansätzen die Abkehr vom reinen Abflussdenken hin zu einem aktiven Wassermanagement.

Schwammstadt

im öffentlichen Raum

Im urbanen Kontext wird dieses Prinzip bereits technisch weitergedacht. Ein Beispiel aus dem KANN-Portfolio sind die Klimalieblinge mit dem StadtKlimaStein. Das System ist für stark beanspruchte öffentliche Flächen konzipiert und speichert Oberflächenwasser im Kernbeton. Dieses Wasser wird zeitverzögert wieder abgegeben und über die Oberfläche verdunstet, wodurch die Kanalisation bei Starkregen entlastet wird. Die Lösung ist klar für den öffentlichen Raum entwickelt, zeigt aber exemplarisch, wie sich der Umgang mit Regenwasser verändert: weg vom schnellen Abführen, hin zur gesteuerten Speicherung im System selbst.

Vios StadtKlimaStein

MultiTec-Linearfuge

als Baustein im Schwammgarten

Die MultiTec-Linearfuge von KANN zeigt, wie sich dieses Prinzip im privaten Außenraum konkret umsetzen lässt. Die 30 mm breiten Rasenfugen verbinden eine klare, lineare Gestaltung mit einer hohen Versickerungsleistung und fördern die natürliche Wasseraufnahme im Boden: Regenwasser gelangt so unmittelbar ins Erdreich, statt oberflächlich abzufließen oder in die Kanalisation zu gelangen.

Je nach Gestaltung lassen sich die Fugen begrünen oder mit Splitt füllen, wodurch sich unterschiedliche optische und funktionale Wirkungen ergeben. Mit einem begrünbaren Flächenanteil von rund 16 Prozent trägt das System zusätzlich zur Verbesserung des Mikroklimas bei und reduziert die Aufheizung befestigter Flächen. Durch die robuste 8 cm Ausführung und den KANNtec10-Verschiebeschutz eignet sich das System auch für stärker belastete Bereiche wie Einfahrten und Gartenwege und wird damit zu einem tragfähigen Baustein innerhalb eines Schwammgartens.

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