Vielfarben in grau

25 Feb

2021

Aktuelles

Vielfarben in grau

Die Farbe grau ist viel kreativer als ihr Ruf. In der Architektur und Freiraumgestaltung kommt sie häufig bei eleganten Lösungen zum Einsatz. Doch Grautöne bieten wesentlich mehr Vielfalt. Ein Grund, sich detaillierter mit den Gestaltungsspielräumen auseinanderzusetzen.

Grau kann viel mehr
Die meisten Menschen assoziieren mit dem Baustoff Beton die Farbe grau. Das stimmt jedoch nur zum Teil. Ursprünglich für rein pragmatische Lösungen eingesetzt, galt dies auch für die ersten Betonpflastersteine und -platten. Sie kamen in erster Linie im funktionellen Bereich zum Einsatz. Beispiele dafür sind die klassischen Rechteckpflastersteine, die häufig im Bereich von Pkw-Stellplätzen oder auf Grundstückseinfahrten eingebaut wurden, und quadratische Gehwegplatten in einheitlichen hellen Grautönen. Mit diesen Produkten waren dem Gestaltungsspielraum enge Grenzen gesetzt. Dank eines kontinuierlichen Entwicklungsprozesses und durch Verbesserungen bei der Herstellungstechnik wuchs die Bandbreite bei den Gestaltungspflastern und Platten kontinuierlich. Nicht nur eine große Formatvielfalt, sondern auch zahlreiche Oberflächenvarianten stehen für eine Vielzahl von Einsatzzwecken zur Verfügung. Auch die Graunuancen selbst sind in einer großen Bandbreite erhältlich. Sie reicht von silbergrau bis anthrazit. Darüber hinaus kann grau warm oder eher kalt anmuten, und selbst rötliche, blaue oder grüne Farbeinschläge bereichern das Grauspektrum. Stadtplaner und Landschaftsarchitekten greifen daher auch aktuell gerne auf Grautöne zurück, denn je nach architektonischer Umgebung lassen sich abwechslungsreiche Objektlösungen mit ihnen umsetzen.

Stilübergreifende Vielfalt
Oft kommen Grautöne zum Einsatz, wenn es gilt, städtische Architektur in Szene zu setzen oder für Gebäude unterschiedlicher stilistischer Epochen einen gemeinsamen Rahmen bei der Straßengestaltung zu fin-den. Das ist beispielsweise bei der Anlage von Fußgängerzonen der Fall. Um die wichtige Funktion dieser Bereiche noch hervorzuheben, sollen die Bodenbeläge eine hochwertige Optik ausstrahlen. Gerne werden daher Pflastersysteme eingesetzt, deren Oberflächen Naturstein-Edelsplitte enthalten, wie beispielsweise das Vios-Pflaster von KANN. Mit entsprechender Oberflächenbearbeitung wie beispielsweise Feinstrahlen oder Schleifen vermitteln die Gestaltungspflaster unterschiedliche Anmutungen. So hebt das Feinstrahlen beispielsweise die Farben der Splitte hervor und lässt sie in der Sonne sanft glänzen, während eine geschliffene Oberfläche eher samtig wirkt. Im Zusammenspiel mit den gediegenen Grautönen lassen sich so Gestaltungen von hoher Eleganz realisieren.

Auf die Oberfläche kommt es an
Die Wirkung der einzelnen Grautöne ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Neben den verwendeten Farbpigmenten selbst und der Art der Einfärbung des Betons spielt auch die Oberfläche des fertigen Produkts eine wichtige Rolle. So wirkt ein und derselbe Farbton allein durch den Lichteinfall vollkommen unterschiedlich bei einer betonglatten oder einer bearbeiteten Oberfläche. Damit tragen auch die Lichtbrechung und die direkte Sonneneinstrahlung maßgeblich mit zum optischen Eindruck bei. Besonders markant wird dieser Hell-Dunkel-Effekt, wenn man innerhalb einer Fläche ein Gestaltungspflaster mit unterschiedlichen Oberflächen einsetzt, wie zum Beispiel Adina von KANN. So lassen sich Teile der Fläche optisch hervorheben und – allein durch die Wirkung des Lichts – Muster in der Fläche erzeugen. Denkbar ist auf diese Weise eine Akzentuierung des Flächenrandes oder die Nachzeichnung bestimmter Konturen. Auch größere Bereiche erhalten durch Mischoberflächen interessante optische Blickfänge und bleiben dabei doch ruhig in ihrer Gesamtwirkung. Äußerst elegant wirkt dieser Effekt im Zusammenhang mit dunklen Grautönen und moderner, geradliniger Architektur.

Gilt es, besonders repräsentative Objekte in Szene zu setzen, schaffen Betonsteinpflaster und Platten mit Glimmereffekten eine edle Anmutung Sie enthalten in ihrer Oberfläche spezielle Edelsplitte, die das Sonnenlicht reflektieren. In Kombination mit eleganten Grautönen ergibt sich so ein zeitlos eleganter und hochwertiger Eindruck. Besonders gut zur Geltung kommt dieses Stilmittel auf Vorplätzen und weiträumig gestalteten Eingangssituationen von Gebäuden. Denkbar ist auch ein Einsatz in Parks und auf promenadenartigen Wegen in öffentlichen Anlagen sowie im Außenbereich gehobener Gastronomie und Hotellerie.

Grautöne im Mix
Lebendige Vielfalt ergibt sich, wenn in einer Fläche Pflastersteine in hellen, mittleren und dunklen Grautönen in einem durchgehend unterschiedlichen Farbwechsel eingebaut werden. So lassen sich beispielsweise Reihen aus verschiedenen Steinlängen und Farbtönen zusammensetzen, damit sich ein abwechslungsreiches Bild ergibt. Diese Gestaltungsweise eignet sich sehr gut zur Unterstreichung moderner Architektur und korrespondierend zur Fassadengestaltung.

Natürlich wirkende Nuancierungen
Ist ein Konzept gefragt, das, je nach Objekt und Umgebung, entweder urbane Eleganz oder auch naturnahe Abwechslung ausstrahlen soll, bieten sich Gestaltungen mit nuancierten Grautönen an. Hier sind die Varianten vielfältig. Fein abgestimmte Nuancierungen oder ein leicht marmoriertes Farbspiel wirken natürlich und lassen sich stilübergreifend einsetzen. Sie passen in die Nachbarschaft von Pflanzungen mit Gräsern und Stauden und harmonieren gut mit Naturmaterialien wie Holz oder Kiesel. Beispielhafte Pflasterbeläge sind Germania antik und Via Leano von KANN. Einen eleganten Touch erhält der natürliche Look wiederum durch den Einsatz von Oberflächen mit linear ausgerichteter Nuancierung. Hier lassen sich zusätzlich durch die Verlegeart visuelle Effekte erzielen: Je nach Verlegerichtung ergibt sich entweder ein ausgewogenes Streifenbild oder ein abwechslungsreiches Muster. Beispielhaft lassen sich Gestaltungen dieser Art mit La Tierra und Stratos von KANN umsetzen.

Fazit
Eine breite Palette von Grautönen, unterschiedliche Oberflächenausprägungen, Gesteinskörnungen oder Farbnuancierungen und -verläufe im Produkt erlauben – je nach architektonischer Gestaltung oder Umgebung – stilvoll elegante oder auch eher natürlich anmutende Lösungen. Damit wird deutlich, wie breit der Spielraum bei der Gestaltung von Flächen ist, selbst wenn man sich auf eine Farbfamilie beschränkt.

Fotos: KANN Baustoffwerke, Bendorf