Historisches Castell in Eschbach

03 Nov

2021

Fach- / Objektbericht

Historisches Castell in Eschbach

Historische Architektur und eine passende Straßengestaltung gehen Hand in Hand. Gilt es alten Baubestand in Szene zu setzen, können Betonpflastersysteme einen guten Beitrag dazu leisten. Ein gelungenes Beispiel ist der neu gestaltete Platz am Castell in Eschbach. Mit dem Gestaltungspflaster MultiTec-Color von KANN kam hier ein Produkt zum Einsatz, das objektspezifisch gefertigt wurde und damit die Architektur des alten Adelssitzes wirkungsvoll unterstreicht. Die Gesamtplanung der Baumaßnahme lag in den Händen von Siefert – Eggen Architekten GmbH, die Kon-zeption der Außenanlagen übernahm das Büro Freiraum und Landschaftsarchitektur Ralf Wermuth.

Historisches Erbe

Im südlichen Baden nahe Freiburg liegt im Markgräflerland die Gemeinde Eschbach mit knapp 2.000 Einwohnern. Urkundlich erstmals um 808 erwähnt, blickt der Ort zwischen Schwarzwald und Rhein auf eine abwechslungsreiche Vergangenheit zurück. Teile des Ortes waren Besitz verschiedener Klöster, wie z.B. dem von St. Gallen. Im 14. Jahrhundert kam Eschbach unter österreichische Herrschaft, 1500 gelangt es in elsässischen Besitz. 1806 schließlich wird die Gemeinde dem Großherzogtum Baden zugeschlagen.

Der geschichtliche Reichtum spiegelt sich auch in der Architektur wider. Neben der St. Agnes Kirche und dem Hofgut Weinstetten ist das „Castell“ im Ortszentrum das markanteste Gebäude. Ursprünglich als Adelshaus im 15. Jahrhundert errichtet, ist der dreistöckige Baukörper mit hohem Walmdach weithin sichtbar. Er geht zurück auf eine kleine Turmanlage, die im Lauf der Jahrhunderte immer mehr erweitert wurde. 1769 gelangte das Gebäude in den Gemeindebesitz und wurde im Anschluss als Gastwirtschaft „Zum Löwen“ betrieben. 1999 erfolgte eine umfangreiche Sanierung, bei der die einzelnen historischen Bauabschnitte und damit auch der „Turm der Brennerin“ wieder zutage traten. Seit der Sanierung trägt das Gebäude den Namen Eschbacher Castell. Es beherbergt heute das Rathaus.

Neue Platzgestaltung für die Bürger

Mit den Plänen, das Castell als Rathaus und Begegnungsstätte für Bürger zu nutzen, fiel die Aufmerksamkeit der Gemeindeväter auch auf die Platzgestaltung rund um das geschichtsträchtige Gebäude. Dabei galt es, das Spannungsfeld zwischen dem historischen Bau und einer benachbarten Seniorenwohnanlage zu berücksichtigen und die Belange sämtlicher Nutzer in Einklang zu bringen. Als direktes Umfeld des Rathauses sollte der Platz nicht nur „gute Stube“ und Treffpunkt für die Eschbacher Bürger sein. Es galt darüber hinaus auch, die bestehenden Parkmöglichkeiten für Pkw zumindest in Teilen zu erhalten. Außerdem findet in der Adventszeit rund um das Castell der Weihnachtsmarkt statt. Die neu zu gestaltende Fläche sollte deshalb auch dafür alle nötigen Voraussetzungen erfüllen. Landschaftsgestalter Ralf Wermuth konzipierte das Areal vor dem Rathaus, das in zwei unterschiedliche Ebenen aufgeteilt ist, als klassischen Dorfplatz mit hoher Aufenthaltsqualität. Hier ist jetzt auch genügend Raum für Stadtfeste und andere Veranstaltungen. An den Rändern des Platzes wurden Parkmöglichkeiten integriert, die zu den Öffnungszeiten des Rathauses genutzt werden können. Zur Befestigung der Flächen kam das Gestaltungspflaster MultiTec-Color von KANN zum Einsatz.

Zentrales Element der Platzgestaltung sind die weiträumigen Pflasterflächen rund um das Rathaus. Direkt vor dem Gebäude liegt die ebenerdige Zugangsebene. Linkerhand befinden sich geräumige Parkflächen. Die Zufahrt erfolgt vom benachbarten Kirchweg aus. Abgetrennt durch ein Pflanzbeet sowie eine Reihe von würfelförmigen Betonsteinsitzelementen führt ein Fußweg direkt von der Straße auf das Rathaus zu. Er wird auf der rechten Seite ebenfalls durch ein Pflanzbeet mit Bäumen und Stauden begleitet. Hier verläuft der Geländeversatz zum tiefergelegenen Teil des Platzes. Der Höhenunterschied wird durch zwei Reihen massiver Natursteinblöcke abgefangen, zwischen denen ebenfalls Staudenpflanzungen angelegt wurden. Rechts schließt sich eine weitere, großräumige Pflasterfläche an, die ebenfalls Parkmöglichkeiten bietet. Sie wird von einer alten Natursteinmauer eingefasst, hinter der das Grundstück unmittelbar an den Eschbach grenzt. Die Zufahrt erfolgt hier über eine kleine Brücke über den Eschbach.

Hinter dem Rathaus liegt das Seniorenstift, das U-förmig an den Rathausplatz anschließt und sich mit seinem Innenhof zum Rathaus hin öffnet. Auch dieser Bereich wurde in die Platzgestaltung mit einbezogen. Ein Brunnen im Innenhof sowie alter Baumbestand laden zum Verweilen ein. Neu hingegen entstand in unmittelbarer Nachbarschaft eine kleine Grünanlage mit einem Spazierweg als Rundkurs, der ebenfalls gestalterisch in die Gesamtplanung des neuen Rathausareals mit einbezogen wurde.

Optisch reizvoll mit MultiTec-Color

Zur Befestigung sämtlicher Pflasterflächen kam das Gestaltungspflaster MultiTec-Color von KANN zum Einsatz. Es wurde auf dem gesamten Areal im wilden Verband eingebaut. So ergibt sich auf den weiträumigen Flächen ein interessanter und optisch abwechslungsreicher Eindruck. Sein natürlich wirkendes Farbspiel harmoniert gut mit der gewachsenen Architektur des alten Rathausgebäudes und bildet eine harmonische Ergänzung zur alten Begrenzungsmauer am Eschbach sowie den Natursteinelementen in der Beetgestaltung. Die Stadtverwaltung von Eschbach entschied sich für eine muschelkalk-nuancierte Pflastervariante, die objektbezogen hergestellt wurde. Das Pflaster MultiTec-Color von KANN gehört zur MultiTec-Familie, die sich aufgrund der Formatvielfalt und den daraus resultierenden Verlegemöglichkeiten universell einsetzen lässt. Für eine hohe Flächenstabilität sorgt der KANNtec10-Verschiebeschutz mit seinen im verlegten Zustand unsichtbaren Nocken. Er erhöht den Verbund der Steine und ermöglicht auch eine Verlegung in stärker befahrenen Bereichen. Diese Eigenschaften kommen vor allem in den als Parkflächen freigegebenen Bereichen des Platzes zum Tragen. Auch bei gelegentlichem Lieferverkehr, beispielsweise bei Märkten oder Veranstaltungen, wirken sie sich positive auf die Stabilität der Pflasterfläche aus.

Gesamtkonzept mit Stufen und Mauerabdeckungen

Rund um das Castell kamen in verschiedenen Bereichen La Tierra Betonsteinstufen in der objektbezogenen Ausführung Sandbeige, Typ Eschbach, in den Längen 100 cm und 50 cm zum Einsatz. Sie verbinden die tiefergelegene Parkplatzebene mit der Hauptzugangsebene über eine Treppe rechts vom Haupteingang. Eine weitere neue Treppe mit sechs Stufen wurde als Aufgang zum halbrunden Treppenturm an der Rathausseite angelegt. Ferner erhielt ein tiefer gelegener Eingang eine neue, achtstufige Treppenanalage. Eingefasst wird der Bereich von einer alten Natursteinmauer, die mit einer neuen, farblich zu den Stufen passenden Abdeckung aus dem Vermont-Bruchsteinmauer-System ergänzt wurde.

Fazit

Mit dem Einsatz von MultiTec-Color haben sich die Verantwortlichen der Stadt Eschbach für ein Pflastersystem entschieden, das wirtschaftliche und optische Aspekte miteinander verbindet. Weitere Vorteile sind die gute Befahr-, und die bequeme Begehbarkeit. Durch die einheitliche Gestaltung wurden sowohl der zentrale Platz um das Castell als auch die angrenzenden Parkplatzflächen aufgewertet. Darüber hinaus konnte eine optisch äußerst ansprechende gestalterische Einheit zwischen dem Rathausplatz und dem Innenhof des Seniorenstifts realisiert werden.

Bautafel

ObjektRathaus Castell Eschbach
Bauherr

Gemeinde Eschbach
79427 Eschbach

Planung gesamt

Siefert - Eggen Architekten GmbH
Mario Eggen, Freier Architekt, Dipl.-Ing. (FH)
79395 Neuenburg am Rhein

Planung / Bauleitung

Freiraum- und Landschaftsarchitektur
Dipl.- Ing. (FH) Ralf Wermuth
79427 Eschbach

Ausführung

FlorDesign
79111 Freiburg

Material

MultiTec-Color
Farbe muschelkalk-nuanciert
ca. 1.800 m²
Formate: 20 x 20 x 8 cm, 30 x 20 x 8 cm, 40 x 20 x 8 cm und 40 x 40 x 8 cm
La Tierra Stufen sandbeige, Typ Eschbach
Länge: 50 cm und 100 cm
Vermont-Bruchsteinmauer, Abdeckplatten sandbeige Typ Eschbach, 47,2 cm x 47,2 cm x 8 cm

Lieferant

KANN GmbH Baustoffwerke
56170 Bendorf
www.kann.de