Der phänologische Kalender

24 Jun

2022

Garten-News

Der phänologische Kalender

Die zehn Jahreszeiten der Pflanzenwelt

Der Zeitgeist ist so dermaßen schnelllebig, dass wir uns nach allem sehnen, das eine gewisse Beständigkeit an den Tag legt. Ganz oben ist da sicherlich die Natur zu nennen, in die wir uns zurückziehen können, wenn alles andere um uns herum nur so zu rasen scheint. Baumumarmungen liegen derzeit voll im Trend – verständlich, denn so ein Baum strahlt eine unglaubliche Ruhe aus, wie ein starker Fels in der Brandung des Lebens, tief verwurzelt in der Erde von Mutter Natur. Außerdem wissen wir jahreszeitlich bedingt ziemlich genau, was wir im Wald vorfinden. Im Frühling fängt alles an zu blühen, im Sommer spenden die Bäume Schatten, im Herbst fallen die Blätter und im Winter verwandelt sich alles in ein schneebedecktes Wunderland. Doch sieht so immer noch die Realität aus? Wohl kaum. Die globale Erwärmung sorgt dafür, dass die warmen Jahreszeiten immer länger und die Kälteperioden immer kürzer werden. Phänologen beschäftigen sich mit periodisch wiederkehrenden Wachstums- und Entwicklungserscheinungen in der Tier- und Pflanzenwelt und plädieren im Umgang mit Mutter Natur schon lange für eine Abkehr vom meteorologischen hin zum phänologischen Kalender. Doch was genau ist das, und worin liegen die Unterschiede?

Der Begriff "Phänologie" entstammt dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt "Lehre von den Erscheinungen". Während die uns bekannten vier Jahreszeiten allesamt zu einem festen Datum beginnen, richten sich die phänologischen Jahreszeiten nach jahrzehntelangen Beobachtungen aus der Natur. Dies führt dazu, dass der phänologische Kalender nicht in vier, sondern zehn Jahreszeiten eingeteilt wird, die durch sogenannte Zeigerpflanzen eingeläutet werden, und nicht durch feste Tage. Diese Pflanzen „zeigen“ durch ihre Blüte den Beginn der jeweiligen Jahreszeit an.

Los geht es mit der Blüte der Hasel und der Schneeglöckchen – der Vorfrühling beginnt. Jetzt ist die perfekte Zeit, um Hecken oder Obstbäume zu schneiden. Sobald Forsythien und Johannisbeersträucher blühen, steht der Erstfrühling ins Haus, weshalb Sie den Rasen unbedingt vertikutieren sollten. Mit der Apfelblüte und dem Vollfrühling geht das natürliche Wachstum so richtig los, Ihr Gemüse kann jetzt unbesorgt ausgesät werden. Holunder- und Mohnblüte heißen den Frühsommer willkommen, zum Leidwesen vieler Heuschnupfen-Geplagter, denn auch die Gräser fangen nun an zu blühen. Im Hochsommer stehen Lavendel-Felder in voller Blüte, viele Beerensorten wie Himbeeren oder Stachelbeeren sind ebenfalls reif. Anschließend leitet die Heideblüte den Spätsommer ein, der nicht nur Brombeeren reifen, sondern leider auch Wespen und Stechmücken aktiv werden lässt. Die Früchte des schwarzen Holunders kündigen den Frühherbst an, Haselnüsse und zahlreiche Apfelsorten können ebenfalls geerntet werden. Wenn sich das erste Laub färbt, beginnt der Vollherbst, Zeit der Walnüsse und Kürbisse. Verlieren dann Obst- und später auch Wildbäume ihre Blätter, ist der Spätherbst gekommen und somit auch die Zeit, Kübelpflanzen geschützt zu verstauen, bevor der Winter Einzug hält. Aber seien Sie unbesorgt: der nächste Vorfrühling steht schon vor der Tür.

Ganz egal, welchem Kalender Sie folgen möchten, meteorologisch oder phänologisch – es ist wichtig, bei der Gestaltung Ihres Außenbereichs auf Qualität zu setzen, die ganzjährig das hält, was sie verspricht. Aus diesem Grund möchten wir Ihnen die Vanity-Produkte von KANN vorstellen, die Sie im Sommer wie im Winter begeistern werden. Egal ob Terrassenplatten oder Pflastersteine, der mattseidige Glanz und die Natursteinkörnung überzeugen auf ganzer Linie und lassen Ihren Lieblingsplatz wie aus einem Guss erscheinen.